Vom Schwimmbecken zum Wildwasser – wie man mit Umbrüchen in der Arbeitswelt umgehen kann
Das "GAB im Gespräch" am 25.03.2010 stellte Konzepte vor, die für die neuen Herausforderungen des Berufslebens wappnen. Hier eine kleine Zusammenfassung für alle die den Termin nicht wahrnehmen konnten:
Früher war ein Beruf etwas, das einen von der Ausbildung bis zur Rente begleitete, gewissermaßen wie Schwimmen zu lernen und dann im temperierten, definierten Schwimmbecken seine Bahnen zu ziehen. Heute entwickeln sich nicht nur Berufsbilder immer weiter, sondern es entstehen rasant ständig neue Berufe und neue Anforderungen.
Menschen, die in Fähigkeiten und Tätigkeiten denken, statt in starren Berufen, können flexibler auf Veränderungen reagieren. Doch wie kommen einige Menschen dazu, „ihren“ Beruf zu erschaffen, und andere bleiben, einmal spezialisiert, (sehr gut in ihrem bisherigen Job), nach der Freisetzung lange Zeit arbeitslos? Was haben die „Meister des Wildwassers“ anderen Mitarbeitern voraus? Sie sind pro-aktiv, zeigen also Eigeninitiative, denken voraus, sind Ressourcen-orientiert, haben Klarheit über ihre Stärken und erkennen Handlungsbedarf.
Die Gesellschaft für Ausbildungsforschung und Berufsentwicklung (GAB München) untersuchte vier Kernkompetenzen, die ermöglichen, sich im Wildwasser des Arbeitsmarktes zu orientieren und auf Stromschnellen pro-aktiv zu reagieren.
Für Personalentwickler bietet das Konzept der „berufsbiografischen Gestaltungsfähigkeit“ die Chance, nicht nur optimal eingesetzte, motivierte und eigeninitiative Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden, sondern auch eine Möglichkeit, die Employability von Mitarbeitern zu erhalten.
Dieses Konzept umfasst die Entwicklung von Fähigkeiten,
- seine Lernkompetenz eigenständig zu entwickeln,
- sich Klarheit über seine Kompetenzen zu verschaffen, diese anderen glaubwürdig zu präsentieren und aktiv weiterzuentwickeln,
- die eigene (Berufs-)Biografie als Prozess zu verstehen und sie altersgemäß zu gestalten,
- sich mit seinen Talenten auf dem Markt zu positionieren, indem man die eigenen Fähigkeiten in Bezug zum gesellschaftlichen Bedarf setzt.
Mitarbeiter/innen mit solchen Fähigkeiten sind häufiger als nur reaktive Mitarbeiter an Plätzen eingesetzt, an denen sie sprichwörtlich ihr Bestes geben können. Sie sind deswegen nicht nur zufriedener, sondern auch leistungsfähiger und besser vor Burn-out gefeit. Sie haben weniger Ängste, nicht zuletzt deswegen, weil sie Handwerkszeug haben, das sie auch in Krisen handlungsfähig bleiben lässt, aber auch weil sie um ihre Stärken und Möglichkeiten wissen und wie diese aktivierbar und erweiterbar sind.
Das Konzept der berufsbiografischen Gestaltungsfähigkeit zur Ausbildung dieser erforderlichen Kompetenzen hat sich in einem geförderten Modellversuch bewährt und wartet auf Einsätze in Unternehmen.
Hier finden Sie die Präsentation zum GAB im Gespräch vom 25.03.2010
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Gesellschaft für Ausbildungsforschung und
Berufsentwicklung - GAB München