Grafik Passgenaue Einarbeitung © GAB München 2017 © GAB München 2017

Passgenaue Einarbeitung

Der Vielfalt eine Brücke bauen

Effektive Einarbeitung setzt immer an der individuellen Situation der neuen Mitarbeiterin bzw. des neuen Mitarbeiters an. Dies ist umso wichtiger, je vielfältiger die Menschen (hinsichtlich Herkunft, Alter, Erfahrung etc.) sind, die eingearbeitet werden wollen. Gleichzeitig brauchen alle neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, egal woher sie kommen und welchen Hintergrund sie haben, vor allem eines: eine systematische Einarbeitung.

Kultursensible Einarbeitung bedeutet:
  • auf das Individuum eignehen und von seinen Fragen und Ressourcen ausgehen,
  • gemeinsam mit neuen Mitarbeitenden eine passgenaue Einarbeitung planen,
  • Orientierung geben über Erwartungen, Regeln, Aufgaben und Anforderungen,
  • sich impliziter Arbeitsanforderungen und Erwartungen bewusst sein,
  • die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter respektvoll und ermutigend begleiten und
  • das Gespräch über Unterschiede suchen.

Dafür braucht es:
  • passgenaue Lernwege,
  • Lernen in der Arbeit anhand von konkreten Arbeitsaufgaben, die berufspädagogisch aufbereitet sind,
  • Reduzierung der Sprachlichkeit durch grafische und bildliche Elemente,
  • Formate der Feflexion über Unterschiede im Verzicht auf kulturalisierende Zuschreibungen.
  • Gemeinsame Gestaltung der Einarbeitungsprozesse durch Mitarbeitende und Führungskräfte
Wie dies gehen kann, darüber erfahren Sie mehr im Werkzeugkoffer: Passgenaue Einarbeitung und der Comic: Sich verstehen und wirksam lernen in der Einarbeitung gibt weitere Anregungen.

Falls Sie Fragen haben oder sich Begleitung wünschen für Ihre eigene passgenaue Einarbeitung, melden Sie sich einfach unter: elisa.hartmann@gab-muenchen.de


Werkzeugkoffer: Passgenaue Einarbeitung. Der Vielfalt eine Brücke bauen

Werkzeugkoffer: Passgenaue Einarbeitung. Der Vielfalt eine Brücke bauen

J. Buschmeyer / E. Hartmann / N. Kleestorfer

2017, 1. Auflage

Neue Mitarbeitende, die rasch selbstständig und verantwortungsvoll mitarbeiten können, gewinnt man, indem sie von Anfang an die Möglichkeit erhalten, sich aktiv um ihre Einarbeitung zu kümmern. Das bedeutet aber nicht, dass sie ins sprichwörtliche „kalte Wasser geworfen“ werden sollen. Vielmehr brauchen sie einen unterstützenden Rahmen, der ihnen einen möglichst großen Spielraum lässt, ohne sie zu überfordern. Hierzu helfen Klarheit über die Anforderungen, die an die neuen Mitarbeitenden gestellt werden, und eine Systematik, die Orientierung gibt. Es braucht Herausforderung, aber keine Überforderung.

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Sich verstehen und wirksam lernen in der Einarbeitung - Mit Blick auf vielfältige Hintergründe neuer Mitarbeitenden

Sich verstehen und wirksam lernen in der Einarbeitung - Mit Blick auf vielfältige Hintergründe neuer Mitarbeitenden

J. Buschmeyer / E. Hartmann / N. Kleestorfer

2017, 1. Auflage

Bilder sagen oft mehr als viele Worte. Man kann etwas zeigen und darüber reden – das hilft, besonders dann, wenn man noch nicht so viele Worte hat. Wir, die GAB München suchen nach passgenauen Lernwegen und finden oft kleine Dinge, die helfen. Vielleicht is ja auch für Sie ein Bild dabei.

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Ausgangslage


Um neue Fachkräfte schnell und nachhaltig ins Unternehmen zu integrieren, bedarf es einer passgenauen Einarbeitung. Dies gilt umso mehr, wenn neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen vielfältigen Hintergrund haben, da sie beispielsweise aus einem anderen Herkunftsland stammen, eine andere Berufserfahrung oder Ausbildung mitbringen oder einer anderen ethnischen Gruppierung angehören.

Wann ist Einarbeitung gelungen? Dann, wenn neue Mitarbeitende einerseits im Einarbeitungsprozess rasch selbständig handlungsfähig werden und die Verantwortung für die Aufgaben ihrer neuen Funktion übernehmen können. Und andererseits, wenn sie sich sozial eingebunden und im Kollegenkreis wohl fühlen und sich vorstellen können, ihre neue Stelle auch längerfristig auszufüllen. Diese Einarbeitungsziele werden die meisten Organisationen teilen. Die spannende Frage ist nun: auf welchem Weg können diese Ziele erreicht werden?

In vielen Organisationen gibt es Einarbeitungskonzepte, die sich wie Anforderungslisten lesen. Sie bestehen aus einer Zusammenstellung von Arbeitsinhalten, die erlernt werden sollen, und gegebenenfalls auch einen Zeitraum, in dem dies passieren soll. Manchmal wird noch eine Patin oder ein Mentor benannt, die die Einarbeitung begleiten sollen. Das sind notwendige, aber keine hinreichenden Bedingungen für eine gelingende Einarbeitung, zumal bei einer heterogenen Belegschaft.

Zusätzlich braucht es Lernwege, die es den neuen Mitarbeitenden ermöglichen, aufbauend auf ihren bisherigen Kenntnissen und Erfahrungen passgenau das zu lernen, was ihnen fehlt um ihre Arbeitsaufgaben erfolgreich zu erfüllen und im Unternehmen anzukommen.

Daher setzt dieser Ansatz der kultursensiblen Einarbeitung am Individuum an und zeigt Wege auf, wie unter Nutzung der mitgebrachten Ressourcen und unter Berücksichtigung der konkreten Anforderungen vor Ort eine „gute Einarbeitung“ gelingen kann. Die Werkzeuge und der Comic zeigen, wie diese Brücke gebaut werden kann.


Entwicklung des Konzepts


Die GAB München GmbH hat gemeinsam mit der MÜNCHENSTIFT gGmbH im Projekt „EiKu – kultursensible Einarbeitung in der Altenpflege“ ein kultursensibles Einarbeitungskonzept für die Pflege entwickelt und erprobt.

In den Entwicklungsprozess waren Mitarbeitende als Expertinnen und Experten ihrer Arbeit aktiv einbezogen. Zudem fand ein stetiger Austausch mit den Führungskräften über die Erarbeitungen statt. Dadurch konnten unterschiedliche und auch bis dahin unbekannte Perspektiven in Bezug auf die Einarbeitung in das Konzept einfließen und seine Verankerung in die Organisationsprozesse sichergestellt werden.

Das Entstehen passgenauer, innovativer Lösungen, die wertvoll und wirksam das (Arbeits-)Leben bereichern, brauchen in ihrer Entstehung soziale Innovation, das heißt neue Formen des Zusammenarbeitens, Beteiligens und des sich Organisierens und Vernetzens.

Auf Grundlage der Erfahrungen aus den Entwicklungsarbeiten in der MÜNCHENSTIFT gGmbH wurden Kriterien für gelingende kultursensible Einarbeitung abgeleitet, die Ergebnisse generalisiert und auf andere Unternehmen übertragbar gemacht. Dabei sind zwei Produkte entstanden: Der Werkzeugkoffer: Passgenaue Einarbeitung – Der Vielfalt eine Brücke bauen und der Comic: Sich verstehen und wirksam lernen in der Einarbeitung.


Drei Fragen an das EiKu-Projektteam


Woran liegt das Innovative Ihres Ansatzes?
Das Konzept der kultursensiblen Einarbeitung beruht auf der Annahme, dass jeder neue Mitarbeitende seine eigene individuelle Kultur mitbringt. Das bedeutet, es braucht eine Einarbeitung, die individuell gemeinsam mit dem oder der neuen Mitarbeitenden passend für die spezielle Situation gestaltet wird.

Wir verstehen die Einarbeitung als Lernprozess. Lernen kann jede/r nur selbst und alles was man für die neue Arbeitstätigkeit lernen muss, lernt man am besten, indem man Verantwortung für neue Aufgaben und das eigene Lernen übertragen bekommt. Dafür brauchen neue Mitarbeitende einen unterstützenden Rahmen, der ihnen einen möglichst großen Spielraum lässt, ohne sie zu überfordern, Klarheit über die Anforderungen, die an sie gestellt werden, und eine Systematik, die Orientierung gibt. Wichtig ist außerdem die Begleitung durch eine Mentorin oder einen Mentor. Erfolgskritisch ist dabei die Beziehung zwischen den neuen Mitarbeiter/innen und ihren Mentoren. Lernförderlich wird diese, wenn sie durch gleiche Augenhöhe, Vertrauen, Zutrauen und Interesse geprägt ist. Die Aufgaben der Mentor/innen ist es, den neuen Mitarbeitenden Mut zum selbständigen Ausprobieren zu machen, d.h. ihnen nicht alles vorzugeben, sondern Raum zu schaffen für eigene Überlegungen und sie bei der Reflexion ihrer Erfahrungen zu unterstützen.

Schließlich wird im Kontext der Einarbeitung häufig nur über das gesprochen, „WAS“ gelernt werden soll gesprochen. Das „WIE“ der Umsetzung bleibt vage. Der Werkzeugkoffer sowie der Comic berücksichtigen das „WIE“ und geben konkrete Handlungsempfehlungen, Leitfäden und Anwendungsbeispiele wie Orientierung, Systematik sowie Verständigung im Einarbeitungsprozess geschaffen werden können und eine dialogische Gestaltung gelingen kann.

Sind die Instrumente problemlos übertragbar?
Unsere Instrumente sind unabhängig von den fachlichen Inhalten der Einarbeitung. Sie lassen sich genauso in der Pflege einsetzen wie auch im Handwerk oder in der Industrie. Jeder Betrieb kann sich aus dem Werkzeugkoffer: Passgenaue Einarbeitung das heraussuchen, was zu ihm passt. In einem Kleinstunternehmen wird die Einarbeitung selbstverständlich anders aussehen als in einem großen Betrieb.

Wie nachhaltig können die Werkzeuge eingesetzte werden?
Gelungene Einarbeitung bringt allen was: dem neuen Mitarbeitenden, den Kollegen und dem Unternehmen. Kürzere Einarbeitungszeiten bei gleichzeitiger Sicherung der Qualitätsstandards sowie geringere Fluktuation nutzen dem Arbeitgeber. Für die Einarbeitung zuständige Mitarbeitende bekommen eine konkrete Hilfestellung und Systematik für die praktische Umsetzung der Einarbeitung im Arbeitsalltag. Diese Systematik gibt aber auch den neuen Kolleginnen und Kollegen Sicherheit und Orientierung und auch die Möglichkeit, ihr „Wissen und Können“ frühzeitig einzubringen. Dies fördert die Motivation, ist wertschätzend und integrierend.

Das Projekt EiKu – Kultursensible Einarbeitung ist ein Teilprojekt des MigraNet-IQ-Landesnetzwerks Bayern. Gefördert wird MigraNet durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA). Weitere Informationen zu MigraNet und dem Förderprogramm IQ: www.migranet.org



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Entwicklungshintergrund


Das Konzept zur passgenauen Einarbeitung basiert auf den Ergebnissen des Entwicklungsprojektes „EiKu – Kultursensible Einarbeitung in der Altenpflege“, das in den Jahren 2015/16 von der GAB München gemeinsam mit der MÜNCHENSTIFT GmbH durchgeführt wurde.

Coverbild EiKu-Werkzeugkoffer © GAB München 2017

Der Werkzeugkoffer
zur passgenauen Einarbeitung


Coverbild des EiKu-Comics © GAB München 2017

Der Comic
Sich verstehen und wirksam lernen in der Einarbeitung


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