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Meldung vom 11.12.2013:


Qualität gemeinsam entwickeln (Tagungsdokumentation)

Fachtagung der GAB München zur GRASWURZEL QES - ein Rück- und Vorausblick


Am 14.11.2013 fand im Kulturhaus München Milbertshofen die Fachtagung „Qualität gemeinsam entwickeln“ statt. Auf ihr stellte das Team des BMBF-geförderten Modellversuchs „Graswurzel Qualitätsentwicklung und -sicherung“ dessen Ergebnisse und Praxisinstrument vor. Alles drehte sich dabei um die Frage: wie man die Qualität der beruflichen Ausbildung/ Weiterbildung systematisch und mit einfachen Mitteln erhöhen und dauerhaft sichern kann.



Wie näherte man sich auf der Tagung dieser Frage?


Nach einer herzlichen Begrüßung durch die Projektleiterin Anna Maurus und einer Hinführung zum Thema durch Dr. Dorothea Schemme, nahm Nicolas Schrode die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit auf eine „Reise durch den Modellversuch“, die von der Grundidee über die Erprobungsbereiche bis hin zu den konkreten Ergebnissen führte. Zu nennen sind hier die drei Bausteine der Graswurzel QES:

  • I: Der Baustein Entwicklung eines Qualitätsleitbildes: daran sind alle Aus- bzw. Weiterbildungsakteure beteiligt: in einem kleinen Unternehmen beispielsweise die Leitung, die Ausbilder/innen, ausbildende Fachkräfte und Azubis, in einem Fortbildungskurs die Dozenten und Dozentinnen und die Teilnehmer/innen. Sie entwickeln in einem strukturierten Verständigungsprozess ein gemeinsames Qualitätsverständnis.
  • II: Der Baustein Dialogische Steuerung: Lehrende und Lernende erhöhen gemeinsam die Qualität der unmittelbaren Lehr-Lernprozesse, indem sie das Lernen selbst zum Thema machen und die Frage, welche Unterstützung der/die Lernende dabei von dem/der Lehrenden braucht. „Wie kann der Lernende gut lernen und wie kann ich ihn dabei unterstützen“, ist dabei die Frage des Lehrenden, der Lernende fragt sich „Wie kann ich den Lehrenden dabei unterstützen mich gut zu begleiten“. So entwickelt sich eine gemeinsame Feedbackkultur, die zu Optimierungsschleifen der Zusammenarbeit und des Lernens führt. Hierfür wurden die unterstützenden und Orientierung gebenden Instrumente „Spickzettel für Ausbilder/innen und Azubis“ sowie „Dialogische Steuerung von Lernprozessen in Seminaren und Unterricht“ entwickelt.
  • III: Der Baustein Qualitätszirkel: ein Instrument für einen breit angelegten Reflexionsprozess über die Aus- und Weiterbildung, bei dem wieder alle Akteure mit einbezogen sind. Es handelt sich um einen strukturierten Betrachtungsprozess der Ausbildung; hier kann alles „unter die Lupe genommen“ werden, was zur Ausbildung bzw. Weiterbildung gehört. Man beschreibt gemeinsam die realisierte Qualität, stellt fest, wo es noch Verbesserungspotentiale gibt und beschließt zusammen konkrete Maßnahmen dafür. Die Tools „Qualitätszirkel in der betrieblichen Ausbildung“, „Ausbildungszirkel“ und „Qualitätszirkel in Seminaren und Unterricht“ helfen einem bei der Umsetzung eines solchen Zirkels.

Wie wurden Antworten auf die Frage plastisch und konkret?


Nachdem am Vormittag diese drei Bausteine vorgestellt und in ihren Grundzügen erläutert wurden, hatten die Teilnehmer/innen am Nachmittag die Chance, in moderierten Runden konkrete Erfahrungen mit der Graswurzel QES von Anwenderinnen und Anwendern zu erleben. Anna Maurus, Michael Brater und Nicolas Schrode moderierten diese Runden, in denen Gäste aus verschiedenen Kontexten über ihre jeweiligen Erfahrungen berichteten. Ausbildungsleiterinnen und Ausbilder/innen aus kleinen, mittleren und großen Unternehmen schilderten anschaulich, wie sie mit ausbildenden Fachkräften und Azubis ein Qualitätsleitbild entwickelten, wie dies bei den Beteiligten aufgenommen wurde und „ankam“, welche Effekte es hatte und wie weit das Leitbild heute wirkt. Ausbilder/innen und Auszubildende sowie Weiterbildner und Weiterzubildende berichteten von ihren Erfahrungen mit der dialogischen Steuerung der Aus- oder Fortbildung, Auszubildende und Ausbilder/innen über die Anwendung der „Spickzettels“ oder ihre Beteiligung an Qualitätszirkeln zur Ausbildung. Diese moderierten Runden füllten den Nachmittag, den Anna Maurus mit Sonja Walter (AOK) mit einem Beitrag zur Frage „Wie kann man Graswurzel QES lernen?“ schloss.


Wie wirkte die Tagung auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer?


Wie die Tagung auf die Teilnehmer/innen wirkte, wurde durch kleine Feedback-Sheets erhoben. Darin wurde sie u.a. bezeichnet als
  • „abwechslungsreich, dialogisch, spannend, praxisorientiert und fundiert – einfach schön“
  • „sehr anregend, sehr kurzweilig, sehr gut moderiert, mit vielen interessanten, authentischen und zugewandten Gesprächspartnern“
  • „sehr interessant und spannend; tolle Anregungen zum Ausprobieren; viele gute Denkanstöße“
  • •„sehr informativ; fachlich hohes Niveau; (…); gute Netzwerkmöglichkeiten, bin gespannt auf den Transfer“
  • „toll organisiert; sehr kurzweilig, kreativ und informativ, gute Kontakte und Gespräche“
  • „sehr gut und professionell vorbereitet und durchgeführt; Ergebnisse von Graswurzel sofort verständlich und praktikabel“
Ein Teilnehmer beschreibt:
  • „Der Tagungsort war ein großer, luftiger Raum. Die Präsentationen und Praxisberichte verstehbar, praxislebendig und authentisch, sie transportierten eine »Graswurzel-Haltung«. Der Input von Nico Schrode war transparent und vernetzend. Die Methode am Nachmittag mit den Kurzinterviews und der Fragezeit war sehr gut strukturiert, das war höchst informativ und aus der Praxis. Ich würde zur nächsten Tagung wieder kommen! GELUNGEN!“


Was wollen wir noch zur Tagung sagen?


Über die ausnahmslos positiven Feedbacks freuen wir, die GAB München und die Partner AOK Rheinland-Pfalz/Saarland und Weiterbildungszentrum Alanus Werkhaus, uns sehr. Der Erfolg der Tagung wäre jedoch nicht möglich gewesen, ohne die engagierten Erprober/innen, die ihre Erfahrungen mit den Teilnehmer/innen teilten, die Redner und Rednerinnen, Organisator/innen und Helfer/innen im Hintergrund sowie die interessierten und dialogisch orientierten Teilnehmer/innen. Ihnen allen wollen wir herzlichst danken!

„Wie geht es weiter?“ – auch diese Frage stellen mir mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Zum einen bemüht die GAB sich um ein Anschlussprojekt, zum anderen wird der Graswurzel Ansatz in vielerlei GAB-Projekte einfließen und damit weitere Erprobungsräume finden. Am wichtigsten ist jedoch, dass auch Sie weiter das Gras zum wachsen bringen. Oder, weniger botanisch ausgedrückt: Probieren Sie die Graswurzel QES in der Ausbildung in ihrem Betrieb oder in ihrer Weiterbildung aus. Berichten Sie über ihre Erfahrungen. Auch für unsere Tools und Instrumente (www.gab-muenchen.de/graswurzel) gilt: der kontinuierliche Verbesserungsprozess hört nie auf. Wir sind alle dafür verantwortlich. Und irgendwie sind wir es der Aus- und Weiterbildung auch schuldig, oder?



Das Graswurzel QES Team mit Projektpartnern




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Ansprechpartner


Prof. Dr. Michael Brater
Anna Maurus
Nicolas Schrode

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Weitere Informationen zur Graswurzel QES finden Sie hier

Weiterführendes

Projekte:


Downloads

  • 2013 | N. Schrode: Graswurzel QES - Was ist das und wie geht das?
    (PDF, 1,43 MB)
    Herunterladen
  • 2013 | A. Maurus/ S. Walter: Wie kann man Graswurzel lernen?
    (PDF, 3,43 MB)
    Herunterladen

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